Wenn uns unser Alltag krank macht: Erschöpfung und Burn Out

Stress in Alltag und Beruf, Zeitdruck, unterschiedlichste Verpflichtungen und das oft schwierige Vereinbaren von Job und Familie sind Themen, die heutzutage viele Menschen betreffen. Stress beeinflusst dabei die Stimmung negativ, führt zu unangenehmen Gefühlen und dem Verlust von Motivation, etwa bezüglich der eigenen Arbeit. Demgegenüber können Erfolgserlebnisse im Beruf, angenehme Erlebnisse in der Freizeit oder Lob von anderen Menschen zu Freude und positiver Stimmung führen. Führen Druck und Stress zu negativer Stimmung, so können Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsprobleme, Angstgefühle und der Eindruck, immer unter Strom zu stehen und nicht abschalten zu können, hieraus entstehende Konsequenzen sein. Zwar ist es völlig normal, dass man sich von Zeit zu Zeit einmal schlecht fühlt. Sind Belastungen aber sehr groß und dauern lange an, dann kann es passieren, dass man aus dem Tief nicht mehr herausfindet und sich möglicherweise psychische Probleme verfestigen und es etwa zu Burn Out oder einer Depression kommt.

Das Burn-Out-Syndrom bzw. „Ausgebranntsein“ beschreibt einen Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung in Verbindung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund von Überlastung und kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die über wiederkehrende frustrierende Situationen zu psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt. Gefährlich an einer solchen Erkrankung ist, dass es sich bei Burn Out um einen eher schleichenden Prozess handelt, der in vielen Fällen erst spät bemerkt wird, nämlich dann, wenn sich bereits eine gravierende Belastungssituation entwickelt hat, aus der der Einzelne alleine nicht mehr herausfindet. In solchen Fällen ist auf jeden Fall professionelle Hilfe anzuraten, um dem Teufelskreis aus Stress, der zu einer Erkrankung führt, was wiederum neuen Stress erzeugt – vor allem dann, wenn man seinen Zustand vor dem eigenen Umfeld verheimlichen will – zu entkommen. Die bei Burn Out auftretenden Symptome lassen sich in drei Bereiche einteilen:

1. Emotionale Erschöpfung: Diese resultiert aus einer zu großen emotionalen bzw. physischen Anspannung. Betroffene fühlen sich schwach, kraftlos, müde und leiden unter Antriebsschwäche.
2. Depersonalisierung: Mit dieser Reaktion auf die Überlastung erzeugen Betroffene eine Distanz zwischen sich selbst und Menschen in ihrem Umfeld, etwa der eigenen Familie oder Arbeitskollegen und Freunden. Dies äußert sich etwa in einer zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber diesen Personen.
3. Erleben von Misserfolg: Die Betroffenen haben das Gefühl, trotz großer Anstrengungen nicht viel zu erreichen. Es mangelt an Erfolgserlebnissen. Die wahrgenommene Diskrepanz zwischen Anforderung und eigener Leistung nimmt der Betroffene als persönliche Schwäche wahr.

Was man gegen Stress, Stimmungstiefs und Burn Out tun kann – Und warum Vorbeugung eine so wichtige Rolle spielt

Für ein gesundes Leben gehört es dazu, dass man mit ausreichend Energie und Vitalität ausgestattet ist und eine sinnvolle Balance zwischen Arbeit und Freizeit findet. Wenn diese misslingt, fallen bereits alltägliche Dinge schwer, man ist schnell erschöpft und leidet etwa unter Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Maßnahmen und Interventionen zum besseren Umgang mit dem Arbeitsalltag
Von zentraler Bedeutung bei Vorliegen eines permanenten Erschöpfungszustands bzw. Burn Out-Syndroms ist in den meisten Fällen das Auseinanderklaffen von beruflichen Anforderungen bzw. Belastungen und individuellen Fähigkeiten zur Bewältigung der aktuellen Beanspruchungen. Diese Diskrepanz muss dabei in Wirklichkeit gar nicht bestehen, es reicht hier bereits, dass ein Mensch das subjektive Gefühl hat, den gestellten Anforderungen auf Dauer nicht zu genügen. Ein Arbeitgeber kann in einem solchen Fall – so er Kenntnis von der Problematik eines Mitarbeiters hat – etwa die Stärkung seiner Mitarbeiter unterstützen. Auf dem Prinzip der Stärkung des Vertrauens in die eigenen Handlungsmöglichkeiten beruhen etwa die Selbstmanagement-Therapie von Kanfer oder das Konzept der Selbstregulierung von Albert Bandura. Beispiele für weitere organisationale Interventionen sind etwa die Umstrukturierung von Arbeitsabläufen, regelmäßiges Feedback oder individuell angepasste Arbeitskonzepte, Arbeitsbelastungen und Arbeitszeiten.

Personenbezogene Interventionsmöglichkeiten bestehen zudem in Verhaltenstrainings, Beratungsgesprächen, Training von berufsbezogenen Fähigkeiten oder Entspannungsübungen.

Entspannungsübungen und Bewegung als Ausgleich gegen Stress
Um die geistige und damit auch die körperliche Gesundheit zu erhalten ist es wichtig, zu starke Anspannungen abzubauen. Daher sind für jeden Menschen echte Ruhephasen wichtig, die einen Ausgleich zu Phasen der Belastung bieten. Dehnungsübungen für die Muskulatur und Entspannungsübungen können hier eine zusätzliche Möglichkeit des Stressabbaus bieten. Ausgleich zum Arbeitsalltag schaffen auch Bewegung und Sport. Sie sorgen für Ablenkung, positive Erlebnisse abseits der Hektik des Tages und fördern zudem die körperliche Verfassung.

Vital im Alltag – Gesunde Ernährung und ausreichende Zufuhr von Vitalstoffen
Ausgewogene und gesunde Ernährung ist darüber hinaus ein wichtiger Punkt. Am Ende eines anstrengenden Tages fehlt uns häufig der Wille und die Energie, noch etwas Gesundes zu kochen. Viele tendieren deswegen dazu, zu Fast Food, Fertiggerichten oder einfach zu Schokolade zu greifen. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Fast Food und Fertiggerichte sind in hohem Maße ungesund und enthalten kaum gesunde Bestandteile. Unser Körper benötigt gerade die essenziellen Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, um fit und vital zu sein. Hierzu können unter Umständen auch Nahrungsergänzungsmittel einen Beitrag leisten.

Kaum beachtet und doch extrem wichtig: Die menschlichen Nebennieren

Bei der bzw. den Nebennieren (Der lateinische Fachbegriff ist „Glandula Adrenalis“, weswegen oftmals auch im Deutschen das Adjektiv „adrenal“ benutzt wird, wenn es um Beschreibungen oder Eigenschaften der Nebennieren geht – siehe auch im folgenden Text.), die sich beim Menschen auf den oberen Polen beider Nieren befinden, handelt es sich um eine (paarige) Hormondrüse. Die Nebenniere umfasst funktionell zwei verschiedene Organe: Die Nebennierenrinde produziert Steroidhormone und ist am Wasser-, Mineralstoff- und Zuckerhaushalt beteiligt. Das Nebennierenmark ist dem so genannten sympathischen Nervensystem zuzurechnen und bildet Adrenalin und Noradrenalin.

Störungen der Nebennierenfunktion und hieraus resultierende Gesundheitsprobleme: Infolge der Vielzahl der in der Nebenniere gebildeten Hormone können bei Störungen vielfältige Krankheitsbilder auftreten.
1. Eine durch Erkrankung des Organs hervorgerufene Überproduktion von Aldosteron führt zum Hyperaldosteronismus (auch: Conn-Syndrom) mit einem erhöhtem Blutdruck und einem erniedrigtem Kaliumblutspiegel. Ursächlich hierfür sind entweder Geschwülste oder eine beidseitige Vergrößerung der Nebenniere.
2. Eine Unterfunktion der Nebennierenrinde wird als „Hypoaldosteronismus“ bezeichnet. Sie tritt insbesondere bei einer primären Nebennierenrindeninsuffizienz (auch: Morbus Addison) sowie dem so genannten „adrenogenitalen Syndrom“ auf.
3. Eine vermehrte Bildung von Glukokortikoid führt zum Hyperadrenokortizismus (auch: Morbus Cushing). Die Ursache hierfür ist in vielen Fällen eine zu hohe Hormonproduktion von ACTH in der Hirnanhangsdrüse, welches die Bildung von Kortikoiden in der Nebenniere reguliert. Das in Folge dieser fehlerhaften Produktion auftretende Cushing-Syndrom äußert sich dabei etwa in Form eines erhöhten Blutzuckerspiegels, durch Hautveränderungen oder auch Knochen- und Muskelabbau.
4. Verringerte Glukokortikoidbildung bezeichnet man als „Hypadrenokortizismus“, häufig kombiniert mit einer generellen Nebennierenrindeninsuffizienz (auch: Morbus Addison). Diese äußert sich durch schnelle Ermüdbarkeit, Appetitverlust, Abmagerung und im fortgeschrittenen Stadium durch eine dunkle, braun-gelbe Hautfarbe. In diesem Zusammenhang wird auch von „adrenal fatigue“, also „adrenaler Müdigkeit bzw. adrenaler Erschöpfung gesprochen. Au diesen Punkt soll nachfolgend noch etwas genauer eingegangen werden, da er unter anderem auch eng mit der Problematik chronischen Stresses sowie des Erschöpfungssyndroms bzw. Burn Outs zusammenhängen kann.

Was die Nebennieren mit Stress und Burn Out zu tun haben

Die Begrifflichkeiten „adrenale Erschöpfung“ bzw. „adrenale Müdigkeit“ sind (zumeist) nicht Gegenstand von Diagnosen innerhalb der klassischen Medizin. Dennoch (oder gerade deshalb) erscheint es sinnvoll, einige Überlegungen zu dieser Thematik vorzustellen, die den Zusammenhang zwischen den Nebennieren und (chronischer) Erschöpfung betreffen. Es ist davon auszugehen, dass konstanter Stress im Alltag sowie etwa auch schlechte Ernährung die Funktionsfähigkeit der Nebennieren negativ beeinflussen. So kann es im Laufe der Zeit zu Fehlfunktionen und hierdurch z.B. zu einem Abbau der Hormon- und Energiereserven im Körper kommen. Adrenale Dysfunktionen können insbesondere negativen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben, woraus oftmals ein Gefühl von Müdigkeit und starker Erschöpfung erwächst. Der normale Schlafrhythmus vieler Betroffener ist gestört, ebenso die Qualität des Schlafes, was über längere Zeit das Gefühl, ermattet und ausgelaugt zu sein, nur noch weiter verstärkt. Permanente Erschöpfung in Verbindung mit niedrigem Blutzucker und Blutdruck sowie vielfach auch gepaart mit hoher Anfälligkeit für Allergien und Infektionskrankheiten kann möglicherweise Hinweis auf Nebennierenprobleme sein. Ratsam ist es, sich bei klaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen professionell beraten und untersuchen zu lassen, etwa auf den Zustand der Nebennieren oder auch der Schilddrüse. Gerade aufgrund der möglichen Überschneidungen von (organischen) Ursachen für die genannten Symptome ist es entscheidend, sich Klarheit über Auslöser, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zu verschaffen; und zudem ausschließen zu können, dass extreme Ausprägungen von Nebennierenproblemen wie etwa die Addison-Krankheit ausgeschlossen werden können (vgl. Ehlert et al. 2001; Tsigos et al. 2002).

Wie man Nebennierenprobleme und adrenale Müdigkeit behandeln kann

In den Fällen, in denen Stress und zu hohe Belastungen im Alltag als Ursachen für Nebennierenprobleme ausgemacht werden konnten, gilt es zunächst, wann immer möglich die Ursachen für den Stress so weit wie es geht zu minimieren. Dies kann bzw. sollte Veränderungen innerhalb des eigenen Lebensstils umfassen, wobei insbesondere auch auf den Bereich der Ernährung Wert gelegt werden muss. Vor allem der Verzicht auf industriell erzeugte Lebensmittel, die viele (künstliche) Farb- und Zusatzstoffe enthalten, spielt hierbei eine wichtige Rolle; gleichsam der Verzicht auf Alkohol und Tabak. Zudem weisen insbesondere amerikanische Experten darauf hin, dass solche Vitalstoffe und Nahrungsergänzungsmittel, die normalerweise bei der Behandlung der Addision-Erkrankung sowie Morbus Cushing eingesetzt werden, auch zur Verbesserung des Zustands von Menschen eingesetzt werden können, die an (adrenaler) Erschöpfung leiden. Hierzu zählen u.a. Vitamin C, L-Theanin, Vitamin B5 und Melatonin. Des weiteren ist eine medikamentöse Behandlung eine bedenkenswerte Option. Dabei wird Kortisol heutzutage zumeist durch oral einzunehmende Hydrokortisontabletten ersetzt, wobei die Dosis speziell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sein muss.

Um in diesem Kontext eine zuverlässige Behebung von gesundheitlichen Problemen zu gewährleisten (bzw. auch schon, um überhaupt erst eine entsprechende Diagnose stellen zu können) ist die Konsultation mit einem Arzt, der Expertise mit den beschriebenen Krankheitsbildern hat, die Voraussetzung.