Das Herz-Kreislauf-System des Menschen

Das Herz-Kreislaufsystem bzw. „kardiovaskuläre“ System erfüllt die Funktion, den Organismus und dadurch alle Organe sowie das Gewebe in einem ausreichenden Maß mit Sauerstoff sowie mit Nährstoffen zu versorgen. Dies erfolgt über die Blutgefäße und das Herz. Durch das Kreislaufsystem transportiert das Blut etwa den Sauerstoff aus den Lungen zu den einzelnen Zellen. Zudem werden Vital- bzw. Nährstoffe, die aus der Nahrung gewonnen werden, aus dem Verdauungstrakt in die einzelnen Gewebeteile transportiert, wo sie schließlich je nach Bedarf verbraucht, verarbeitet oder gespeichert werden. In entgegengesetzter Richtung werden zugleich etwa Kohlendioxid oder Abfallprodukte des Stoffwechsels wie Harnsäure in anderes Gewebe oder aber zu den Ausscheidungsorganen, um von dort aus aus dem Körper heraus zu gelangen.

Verbreitete Kreislauferkrankungen und ihre Ursachen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind heutzutage die häufigste Todesursache in Deutschland: So wird fast die Hälfte aller Todesfälle auf Erkrankungen des Kreislaufsystems zurückgeführt. Insbesondere die mit zunehmendem Alter verstärkt auftretende Arteriosklerose ist dabei dafür verantwortlich, dass es zu einem altersabhängigen Anstieg von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen Durchblutungsstörungen kommt. Der Begriff der Herz-Kreislauf-Erkrankung ist dabei nicht einheitlich bzw. eindeutig definiert. Im weitesten Sinne beschreibt er alle Krankheiten des Herzens und des Blutkreislaufs. Dazu gehören unter anderem
– akutes rheumatisches Fieber,
– chronische rheumatische Herzkrankheiten,
– Bluthochdruck (Hypertonie),
– ischämische Herzkrankheiten (z. B. koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt),
– das Corpulmonale und Krankheiten des Lungenkreislaufes (z. B. pulmonale Hypertonie),
– sonstige Herzkrankheiten (z. B. Perikarditis, Endokarditis, nichtrheumatische Herzklappenfehler),
– zerebrovaskuläre Krankheiten (z. B. Hirnblutung und Hirninfarkt),
– Krankheiten der Arterien, Arteriolen und Kapillaren (z. B. arterielle Verschlusskrankheit),
– anderenorts nicht klassifizierte Krankheiten der Venen (z. B. Thrombose, Krampfadern), der Lymphgefäße und der Lymphknoten und
– sonstige Krankheiten des Kreislaufsystems (z. B. Hypotonie).

Gelegentlich wird der Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankung auch nur für die mit der Arteriosklerose und den Risikofaktoren Diabetes Mellitus, Rauchen, Bewegungsmangel, genetische Veranlagung usw. assoziierten Herz- und Gefäßkrankheiten benutzt. Der Blick auf die Statistik zeigt, dass bei den Herzerkrankungen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels bzw. Herzklappenfehler am häufigsten anzutreffen sind, bei den Gefäßerkrankungen sind die arterielle Verschlusskrankheit der Arterien, das Krampfaderleiden sowie die Thrombose bei den Venen am weitesten verbreitet. Darüber hinaus ist Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) die verbreitetste chronische Erkrankung, die dabei als bedeutsamster Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen angesehen wird. Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System können durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, z.B. Atherosklerose, koronare Insuffizienz, Lungenerkrankungen, Thiamin- oder Magnesiummangel, und die unterschiedlichsten Auswirkungen haben. Ist das Herz direkt betroffen, beispielsweise in dem Fall, in dem die Kraft des Herzmuskels mehr und mehr nachlässt, kann es dazu kommen, dass nicht mehr ausreichend Blut in die Lunge und somit den ganzen Körper transportiert wird. Veränderungen bei der Blutzusammensetzung und die Entstehung eines zu hohen Cholesterinspiegels bewirken, dass sich bei Arteriosklerose an den Arterienwänden Ablagerungen bilden können, wodurch die Blutgefäße zum einen an Elastizität abnehmen und zum anderen besonders anfällig für die Bildung von Blutgerinnseln werden. Bilden sich Blutgerinnsel und verstopfen nachfolgende Arterien, kann sich dies je nach Ort in einem Herzinfarkt, Schlaganfall, einem Verschluss der Beinarterien oder einer Lungenembolie äußern.

Was kann man tun, um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen?

Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass beim Verdacht auf Herzprobleme auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden sollte, um sich dort einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. Behandlungsziel bei Herzerkrankungen ist in vielen Fällen, dass die Blutversorgung des Herzens und generell der Energiestoffwechsel verbessert wird. Bezüglich der Ernährung wird in diesem Zusammenhang empfohlen,
– den Konsum von ballaststoffreicher Kost zu erhöhen,
– mehr rohe und frische Lebensmittel (Obst und Gemüse) zu verzehren,
– auf in Öl (mit Ausnahme von nativem Olivenöl, Kokosnussöl oder Fischölen) gebratene Speisen zu verzichten,
– ebenso zu verzichten auf raffinierte und hydrierte Fette und Öle sowie Getreide- und Körnersorten, die Gluten enthalten, und
– den Verzehr von Milchprodukten (mit Ausnahme von Butter) einzuschränken.

Mit speziellem Bezug auf Arteriosklerose wird zudem empfohlen,
– auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten
– eine hohe Proteinzufuhr über den Verzehr von Gemüse, Obst sowie Fisch anzustreben,
– verarbeitete/tiefgefrorene Lebensmittel wenn möglich nicht zu essen und
– generell weniger Kalorien als üblich aufzunehmen.